Saarburg/Hermeskeil. "Wir machen den Weg frei", hieß früher der Werbeslogan der Volksbanken (VB). Die Vertreter der Volksbank Hochwald-Saarburg haben das am Dienstagabend auch getan und sich für ihren Teil klar für eine Verschmelzung mit der Volksbank Trier ausgesprochen.
Schon vor der Versammlung in der Hermeskeiler Hochwaldhalle zeigte sich Bankvorstand Alfons Jochem im TV-Gespräch entspannt: "Wir haben die Fusion sehr gut vorbereitet und alle Beteiligten sehr früh in die Pläne eingebunden." Zweieinhalb Stunden später sahen sich die Verantwortlichen am Ende einer "historischen und denkwürdigen Sitzung" (Aufsichtsratschef Wolfgang Schäfer) in ihrem Optimismus bestätigt. Von 206 anwesenden Vertretern reckten 204 Männer und Frauen ihre Stimm-
karte in die Höhe, als es um ein Votum für die Fusion ging. Dagegen waren nur zwei Vertreter.
Kein Personalabbau
Dass reichlich Geduld gefordert war, bis es zur Abstimmung kam, lag nicht etwa an kritischen Wort-
meldungen. Im Gegenteil: In der auf der Tagesordnung vorgesehenen Aussprache über die Fusions-
absichten griff lediglich Alois Kettern zum Mikrofon. Er stellte sich hinter die Pläne der Verant-
wortlichen: "Wichtig ist für mich zu wissen, dass die Mitarbeiter auch nach der Fusion nicht als Kostenfaktor, sondern als Aktivposten gesehen werden", sagte der Vertreter aus Heddert.
Vor dem Votum stellte Vorstand Werner Dellwing zunächst den Jahresbericht 2014 der Volksbank Hochwald-Saarburg vor. Um formal alles richtig zu machen, wurde zudem der Verschmelzungsvertrag mit seinen 20 Paragrafen und ein Prüfgutachten des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftverbandes im Wortlaut verlesen.
Jochem erläuterte zudem ausführlich die wichtigsten Motive und Kernpunkte der Fusion: Durch den Zusammenschluss zweier Partner, die sich "auf Augenhöhe begegnen" könne die neue Volksbank Trier "ihre Leistungsfähigkeit verbessern, und sie hat bessere Möglichkeiten, auf dem Markt zu bestehen".
Im größeren Verbund wächst die Bilanzsumme von 400 Millionen Euro, die die Volksbank Hochwald-Saarburg 2014 aufwies, in der fusionierten Bank auf künftig 1,2 Milliarden Euro an. "Es wird uns in Zukunft zum Beispiel leichter fallen, den Kreditbedarf unserer Kunden zu bedienen", betonte Jochem.
Die Zahl der Mitglieder steigt auf 37.766 (bisher in der Volksbank Hochwald-Saarburg: 11.102), die der Kunden auf rund 76.000 (bisher: 26.400). Jochems zentrale Aussage lautete allerdings: "Wir werden kein Personal abbauen, sondern wollen die Mitarbeiterzahl sogar erhöhen und besser qualifizieren." Deshalb hätten sich auch beide Betriebsräte für die Fusion ausgesprochen. Außerdem, so Jochem, "liegt fusionsbedingt keine Notwendigkeit vor, Filialen zu schließen".
Die neue Volksbank Trier wird somit 340 Menschen beschäftigen, die in insgesamt 45 Filialen (davon 18 im Bereich der bisherigen Volksbank Hochwald-Saarburg) arbeiten. Banksitz ist Trier. Dort und in Schweich, Saarburg und Hermeskeil werden sogenannte Regionaldirektionen eingerichtet, denen die kleineren Filialen in den jeweiligen Gebieten zugeordnet werden und die aus Sicht der Bank-
verantwortlichen "die Beratungs- und Entscheidungskompetenz vor Ort" garantieren.
Zusammenfassend betonte Jochem: "Die Bank wird größer, um sich das ,Kleinsein' weiter leisten zu können."
Sollte am 29. Juni auch die Vertreterversammlung der Volksbank Trier der Fusion zustimmen, dann würde diese technisch Ende September umgesetzt. Für die bisherigen Kunden der Volksbank Hochwald-Saarburg bedeutet das als wahrnehmbare Veränderung, dass sie eine neue Iban (internationale Bankkontonummer) bekommen.