Bankenhochzeit perfekt

Vertreter der Volksbank Trier votieren mit 99,29 Prozent für den Zusammenschluss mit der Volksbank Hochwald-Saarburg

Trier. Der Zusammenschluss der Volksbank Trier und der Volksbank Hochwald-Saarburg ist beschlossene Sache. Mit 99,29 Prozent stimmten die Mitgliedervertreter der Volksbank Trier für die Verschmelzung der beiden genossenschaftlichen Institute. 139 der 140 Vertreter sprachen sich auf der vom Aufsichtsratsvorsitzenden Norbert Feder geleiteten Versammlung in der Trierer Europahalle für den Zusammenschluss aus. Bereits eine Woche zuvor hatten sich die Vertreter der Volksbank Hochwald-Saarburg mit 99 Prozent für die gemeinsame Zukunft ausgesprochen. Mit diesem deutlichen Votum für die Bankenehe geht die neue Volksbank Trier rückwirkend zum 1. Januar 2015 an den Start. Sitz der Bank ist Trier.

„Als ein genossenschaftliches Kreditinstitut bauen wir unsere Stärken, nämlich die regionale Verwurzelung, die Orientierung an den Menschen in unserer Heimat und die Verbundenheit mit den mittelständischen Unternehmen vor Ort, weiter aus“, sagten die Vorstandsmitglieder Norbert Friedrich und Horst Schreiber. Das fusionierte Kreditinstitut wird die räumliche und persönliche Nähe zu den Mitgliedern und Kunden beibehalten, denn das sei traditionell ein entscheidender Wettbewerbsvorteil der Genossenschaftsbanken. Zukünftig wird es vier Regionaldirektionen geben: in Trier, Hermeskeil, Saarburg und Schweich. Friedrich: „Die Entscheidungskompetenz bleibt vor Ort. Die bekannten Ansprechpartner und Berater bleiben in ihren angestammten Filialen.“ Für die Mitarbeiter der Bank ergeben sich durch den Zusammenschluss vielfältigere Perspektiven für Karriere und weitere Spezialisierung.

Im neuen Gesamtinstitut, das eine Bilanzsumme von rund 1,2 Milliarden Euro erreicht, arbeiten 340 Mitarbeiter in 45 Geschäftsstellen. Geleitet wird die neue Genossenschaftsbank zunächst von einem Vorstandquartett: Norbert Friedrich und Horst Schreiber von der Volksbank Trier sowie Alfons Jochem und Werner Dellwing von der Volksbank Hochwald-Saarburg. Nach dem absehbaren altersbedingten Ausscheiden von Schreiber und Dellwing wird die Bank künftig von Friedrich und Jochem geleitet. Der neue Aufsichtsrat setzt sich aus den Aufsichtsräten der beiden Volksbanken zusammen.

Der Entschluss, künftig einen gemeinsamen Weg zu gehen, sei auch eine Konsequenz aus den veränderten Rahmenbedingungen am Bankenmarkt, machte Schreiber deutlich. Die sich andauernd verschärfenden Gesetze und Auflagen sowie die politisch gewollte Niedrigzinsphase beschäftigen die Volksbanken sehr. „Außerdem verändern die Digitalisierung und der demografische Wandel das Bankengeschäft. Zusammen können wir diesen Anforderungen besser gerecht werden“, erklärte Friedrich. Auch der zuständige Prüfungsverband, der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband (RWGV), befürwortete in seinem Gutachten, das vom RWGV-Vertreter Thomas Krämer verlesen wurde, den Zusammenschluss.

 

Vor der entscheidenden Abstimmung zogen die Vorstände vor den Vertretern ein positives Fazit für das vergangene Geschäftsjahr: „Die Volksbank Trier hat sich 2014 positiv entwickelt“, sagte Schreiber. Die Zahlen im Detail: Die Bilanzsumme stieg um 4,8 Prozent auf 851 Millionen Euro. Das Gesamt-
kundenvolumen, das bedeutet alle Kredite und Einlagen bei der Volksbank und den Verbundpartnern, ist ebenfalls gestiegen: Es erhöhte sich um 3,9 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Die Kundenkredite wuchsen um 28 Millionen Euro auf 640 Millionen Euro und die Kundeneinlagen um 36 Millionen Euro auf 603 Millionen Euro. „Bei den Einlagen setzten unsere Kunden vor allem auf sichere und flexible Anlagen“, fasste Friedrich zusammen. Die Vertreterversammlung folgte dem Vorschlag, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende von vier Prozent an alle Mitglieder auszuschütten und entlastete Vorstand und Aufsichtsrat. Auch bei den Wahlen zum Aufsichtsrat herrschte Einigkeit: Birgit Steil und Michael G. Witzel wurden erneut in das Kontrollgremium gewählt. Werner Wagner schied aus Altersgründen und Peter Adrian aus beruflichen Gründen aus. Ihre Positionen wurden mit Michaela Kram-Steil und Adolf Lorscheider neu besetzt.

 

Für sein langjähriges Wirken im Ehrenamt der Bank erfuhr Wagner eine besondere Ehrung: Unter dem Beifall der Versammlungsteilnehmer zeichnete ihn Krämer aus. Die RWGV-Ehrennadel in Gold erhielt Wagner. 1973 wurde er erstmals in den Aufsichtsrat der damaligen Raiffeisenkasse Ruwertal gewählt und seitdem immer wieder im Amt bestätigt. Von 1993 bis zur Fusion mit der Volksbank Trier leitete Wagner als Vorsitzender den Aufsichtsrat der damaligen Raiffeisenbank Schweich.