
Genossenschaftliche Geschichte
Teil einer starken Gemeinschaft
Die genossenschaftliche Idee entstand in Zeiten, in denen weite Teile der Bevölkerung große Not litten. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts hatte die fortschreibende Industrialisierung vielen Handwerkern und Kleinbetrieben die wirtschaftliche Grundlage entzogen. Missernten und harte Winter verschärften die allgemeine Not. In dieser Situation griffen sozial engagierte Persönlichkeiten wie Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen die genossenschaftliche Idee auf: Hilfe, durch solidarische Selbsthilfe. Fast zeitgleich, aber unabhängig voneinander, entwickelten Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen das Modell der Bankgenossenschaften. Raiffeisen war der Überzeugung: Was dem Einzelnen nicht möglich ist, vermögen viele. Eine Überzeugung, die immer mehr Anhänger fand. In vielen Regionen Deutschlands schlossen sie sich zusammen und organisierten sich eigenständig und dezentral auf genossenschaftlicher Basis. Aus einfachen Anfängen hat sich bis heute aus dieser Initiative eines der dichtesten Banknetze Europas entwickelt. Eingebettet in die genossenschaftliche FinanzGruppe, die das komplette Finanzdienstleistungsspektrum abdeckt.
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Im alten Trierer Stadtteil St. Matthias wurde am 07. Februar 1904 die „Volksbank der Pfarrgemeinde St. Matthias“ gegründet. Damit legten die Gründerväter, darunter kleinere Gewerbetreibende und Handwerker, den Grundstein für das Genossenschaftswesen im Trierer Land. Im ersten Jahr zählte die Genossenschaft immerhin 49 Mitglieder.
Erster Vereinsvorsteher war Michel Dewald, Zimmermeister, und erster Vorsitzender des Vorstandes war Josef Eich. Erster Rendant war Johann Steinlein. Weiterhin gehörten dem Vorstand an: Johann Kinstler, Johann Werner, Moritz Dils und Peter Schmitt. Der Aufsichtsrat wurde ergänzt durch Johann Schamburger, Ludwig Seiwert, Peter Regnery, Johann Bidinger und Peter Legendre. Ziel und Zweck der Genossenschaft war schon damals die gegenseitige Selbsthilfe. Schon in den ersten Jahren des Bestehens zeigte sich ganz deutlich, dass die Geschäftsführung sich des steigenden Vertrauens der Bevölkerung erfreuen konnte. So wuchs
die Zahl der Mitglieder bis Ende 1905 auf 158 und im Jahre 1909 waren es bereits 235. Die Bank konnte bis zum Jahre 1909 insgesamt eine halbe Million Mark an Darlehen für Grunderwerb und zur Geschäftstärkung ihrer Mitglieder ausgeben. Ein Gebäude konnte die junge Volksbank damals noch nicht ihr Eigen nennen, doch fanden sich im Haus des Rendanten Johann Steinlein in der Albanastraße zwei Räume, die für die Bank genutzt werden konnten. Da die Schreibmaschine noch unbekannt war,
hatte Johann Steinlein alle Hände voll zu tun.

